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Alport-Syndrom
Klinik:
Definition: Das Alport-Syndrom wird klinisch durch eine Innenohrschwerhörigkeit und einem breiten Spektrum von Augenveränderungen.Der gemeinsame Ausgangspunkt dieser unterschiedlichen Manifestation ist eine Membranenstörung, welche die einzelnen Gewebe in unterschiedlich großem Maße beeinflußt. Sie tritt auf im Glomerulum, im Corti Organ und in einigen Augengeweben.
Pathogenese: Molekular Biologisch betrachtet, finden sich Störungen in der Kollagenart IV, verursacht durch Mutationen in einem der Gene COL4A5, COL4A4 oder COL4A3.
Epidemiologie: Etwa 1% der Dialysepatienten in den Industriestaaten leiden am Alport-Syndrom. Es ist die häufigste Ursache der chronischen Dialysepflichtigkeit im Kindesalter. Die gonosomale Form wird durch das x-chromosomal gelegene COL4A5 vererbt. Es ist mit etwa 50% die häufigste Form. Naturgemäß sind deshalb überwiegend Männer betroffen.
Diagnostik:
Differentialdiagnosen: Oberflächlich betrachtet ähnelt das Bardet-Biedl-Syndrom. Es tritt ebenso mit Störungen an Nieren, Augen und Ohren auf. Genauer betrachtet unterschieden Sie sich jedoch erheblich: Nephritis statt Felbildung, Innenohrschwerhörigkeit statt Schallleitungsschwerhörigkeit, Lenticonus statt Retinitis pigmentosa.
» » » Die MYH9-assoziierten Erkrankungen stellen differentialdiagnostisch das größte Problem dar. Zwar ist die Differentialdiagnose einfach, wenn hämatologische Veränderungen vorliegen. Das klinische Bild bei MYH9-Mutationen ist allerdings sehr variabel, so dass dieses Kriterium nicht immer nützt. Differentialdiagnostisch hilfreich kann dagegen der dominante Erbgang bei MYH9-Mutationen sein.
» » » Bei der Branchio-Oto-Renalen Dysplasie treffen zwar auch Nierenfunktions- und Hörstörungen zusammen, aber die Ursache sind hier eher Felbildungen oder Entwicklungsstörungen. Häufig weist eine laterale Halszyste in diese diagnostische Richting.
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Untersuchungsstrategie: Wenn man Tumore und Infektionen ausschließen kann, reichen eine positive Familiengeschichte und eine haematurie als Indikation für eine genetischen Prüfung aus. Besonders bei Frauen ist dies zu empfehlen, weil sie Überträger sein können und ihre männlichen Nachkommen stark gefährdet sind.Eine Nierenbiopsie wird nur in den Fällen empfohlen, in denen Familiengeschichte und klinische Symptome untypisch sind oder wo die Suche nach relevanten Mutationen keinen Erfolg erzielt hat.
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