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Antenatales Bartter-Syndrom Typ 1
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Antenatales Bartter-Syndrom Typ 1

Klinik: 

Definition: Das Antenatale Bartter-Syndrom ist durch eine Polyurie gekennzeichnet, die bereits in utero einsetzt und zu einem Hydramnion führt. Die genetische Ursache ist eine inaktivierende Mutation des SLC12A1-Gens; die Vererbung autosomal rezessiv.

Epidemiologie: Obwohl exakte Zahlen nicht vorhanden und schwer zu beschaffen sind, wird die Inzidenz auf 1:50.000 bis 1:100.000 geschätzt.

Klinisches Bild: Das klinische Bild ist beeindruckend: Das Polyhydramnion, durch die bereits in utero einsetzende Polyurie führ häufig zu einer Frühgeburt. Die Unreife kompensatorischer Mechanismen verstärt das Bild einer eindrucksvollen Polyurie und mit massiven Salzverlusten beginnend mit dem ersten Lebenstag. Die Folge sind Allgemeinsymptome wie Fieber, Durchfall und Erbrechen.
   Neben den typischen Bartter-Symptomen (Hypokaliämie, metabolische Alkalose, kompensatorisch erhöhte Renin und Aldosteronspiegel, normaler Blutdruck und Hyperkaliurie) findet sich regelmäßig eine ausgeprägte Hypercalciurie und eine Nephrocalcinose, die gelegentlich bereits in utero nachweisbar ist.
   Die Therapie der Wahl ist Indometacin und Spironolacton. Oft ist dies ausreichend, so dass eine zusätzliche Kaliumsubstitution nicht mehr erforderlich ist.
   Es ist eine schwere Erkrankung. Die Kinder zeigen fast immer eine Wachstumsstörung und gelegentlich sind die Elektrolytentgleisungen nicht beherrschbar.

Diagnostik: 

Diagnosestellung: Zur Diagnostik gehört neben einer genauen qualitativen und quantitativen Anlayse der Elektrolyt- und Wasserverluste, wie dies bei allen Salzverlustsyndrome zu fordern ist. Zusätzlich ist eine Bestimmung der PGE2 und PGF2alpha im Urin nützlich.

Differentialdiagnosen: Die molekulare Diagnostik erlaubt heute eine exakte Differenzierung der zugrundeliegenden genetischen Ursache und damit auch weitreichende Rückschlüsse auf Pathomechanismen und für die Therapie.
   Patienten mit Diabetes insipidus zeigen gleichfalls eine frühzeitig beginnende Polyurie, treten aber niemals mit einem Polyhydramnion auf.  » » » 

 

Systematische Aufstellung weiterführender Links: 

Bartter-Syndrom
Antenatales Bartter-Syndrom Typ 1
SLC12A1
Antenatales Bartter-Syndrom Typ 2
KCNJ1
Infantiles Bartter-Syndrom mit Schwerhörigkeit
BSND
CLCNKA
CLCNKB
Klassisches Bartter-Syndrom
CLCNKB

Literatur: 

Deschenes G et al. (1993) [Antenatal form of Bartter's syndrome]
Peters M et al. () Hereditary Hypokalemic Salt-losing Tubular Disorders.
et al. (1997) Mutations in the gene encoding the inwardly-rectifying renal potassium channel, ROMK, cause the antenatal variant of Bartter syndrome: evidence for genetic heterogeneity. International Collaborative Study Group for Bartter-like Syndromes.
Proesmans W et al. () Bartter syndrome in two siblings--antenatal and neonatal observations.
Seyberth HW et al. (1987) Role of prostaglandins in hyperprostaglandin E syndrome and in selected renal tubular disorders.
Seyberth HW et al. (1985) Congenital hypokalemia with hypercalciuria in preterm infants: a hyperprostaglandinuric tubular syndrome different from Bartter syndrome.
Simon DB et al. (1996) Bartter's syndrome, hypokalaemic alkalosis with hypercalciuria, is caused by mutations in the Na-K-2Cl cotransporter NKCC2.
Colussi G et al. (2007) A thiazide test for the diagnosis of renal tubular hypokalemic disorders.
Sassen MC et al. (2007) Can renal tubular hypokalemic disorders be accurately diagnosed on the basis of the diuretic response to thiazide?