Startseite  
SymptomeErkrankungenUntersuchungenProbenversandUntersuchungsmaterialKontakt- und LaborinformationenQualitaetsmanagement
   
 


Hypomagnesiämie mit Hypercalciurie, Nephrocalcinose und Augenbeteiligung
248190


Familien-
stammbaum


Diagnose-
strategie


Formulare


Drucken


Change
language

Hypomagnesiämie mit Hypercalciurie, Nephrocalcinose und Augenbeteiligung

Klinik: 

Definition: Die FHHNC mit Augenbeteiligung ist autosomal rezessive Erkrankung mit Hypomagnesiämie, Hypercalciurie, Nephrocalcinose und Augenbeteiligung in Form eines Coloboms, die im frühen Jugendalter zu einer Niereninsuffizienz führt. Ursache ist eine Mutation im Gen CLDN19, welches ein Bestandteil der Zellverbindungen, tight junction, der Tubuluszellen aber auch im Auge kodiert.

Geschichtliches: Die erste von Michelis beschriebene Familie zeigte neben massiven renalen Magnesiumverlusten auch eine distale renale tubuläre Azidose.

Klinisches Bild: Die Nephrocalconise ist meist der erste Hinweis auf diese Erkrankung. Sie tritt meist schon im Kindes- und selten im jungen Erwachsenenalter auf. Wenn nicht ein Geschwisterkind betroffen ist, oder in der Familie eine Konsanguinität besteht, so ist die Familienamnese bei dieser rezessiven Erkrankung leer. Obwohl die Erkrankung primär die Niere betrifft und auch hier zu einem proressiven Nierenversagen führt, häufig sind auch andere Organe beteiligt. Das wichtigste Organ hierbei ist das Auge. Die ophthalmologischen Symptome können sein Myopie, Nystagmus und Chorioretinitis . Weierhin können auftreten Tetanie, Krämpfen, Bluthochdruck, Gicht, Hörstörungen, Chondrocalcinose und Rachitis.
   Das Plasmamagnesium liegt in der Regel bei 0,59 ± 0,06 mmol/l. Die renale Magnesiumausscheidung ist unangemessen hoch 2,07 ± 0,073mmol/d. Da gleiche gilt für die fraktionelle Magnesiumausscheidung 12,5 ± 4,7%. Wichtig, auch die Calciumauscheidung ist erhöht. Das Verhältnis von Calcium zu Kreatinin im Urin erreicht 1,88 ± 0,67.

Diagnostik: 

Diagnosestellung: Meist suchen diese Patienten den Arzt wegen einer Harnwegsinfektion auf. Dabei fällt dann meist sonographisch die Nephrocalcinose auf. Im weiteren sind die Messungen der renalen Calcium und Magnesiumausscheidung richtungsweisend. Der Beweis erfolgt durch den Nachweis der Genmutation im CLDN19.  » » » 

Differentialdiagnosen: Die wichtigste Differentialdiagnose ist die FHHNC ohne Augenbeteiligung. Der Pathomechanismus beider Erkrankungen ist ähnlich und damit ist auch das klinische Bild bei nur geringer oder noch nicht ausgeprägter Augenbeteiligung nicht zu unterscheiden.  » » » 
   Bei der Hypomagnesiämie mit sekundärer Hypocalciämie liegt keine Hypocalciurie vor und die Hypocalciämie lässt sich durch eine ausreichende Magnesiumsubstitution vollständig beseitigen.  » » » 
   Die isolierten Hypomagnesiämien (IDH/IRH) weisen weder Hypercalciurie noch Hypocalciämie auf.  » » » 

 

Systematische Aufstellung weiterführender Links: 

Hypomagnesiämie
EGFR
TRPM7
Gitelman-Syndrom
SLC12A3
Hypomagnesiämie mit Hypercalciurie und Nephrocalcinose
CLDN16
Hypomagnesiämie mit Hypercalciurie, Nephrocalcinose und Augenbeteiligung
CLDN19
Hypomagnesiämie mit Normocalciurie
EGF
Hypomagnesiämie mit sekundärer Hypocalciämie
TRPM6
Isolierte dominante Hypomagnesiämie
FXYD2

Literatur: 

Vezzoli G et al. (2008) Hypercalciuria revisited: one or many conditions?
Hou J et al. (2008) Claudin-16 and claudin-19 interact and form a cation-selective tight junction complex.
Vezzoli G et al. (2008) Update on primary hypercalciuria from a genetic perspective.
Alexander RT et al. (2008) Molecular determinants of magnesium homeostasis: insights from human disease.
Günzel D et al. (2009) Function and regulation of claudins in the thick ascending limb of Henle.
Michelis MF et al. (1972) Decreased bicarbonate threshold and renal magnesium wasting in a sibship with distal renal tubular acidosis. (Evaluation of the pathophysiological role of parathyroid hormone).