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Renaler Diabetes insipidus
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Renaler Diabetes insipidus

Klinik: 

Definition: Der renale Diabetes insipidus ist definiert als ein fehlendes Ansprechen der Niere auf Vasopressin. Somit werden trotz hoher Vasopressin-Spiegel im Serum große Mengen an Urin ausgeschieden.

Geschichtliches: Der Französische Arzt Armand Trousseau (1801-1867) veröffentliche 1862 seine Vorlesungen über Polydipsie mit einem nicht süßen Urin. Die Lateinische Bezeichnung Diabetes insipidus bedeutet nach nichts schmeckender Urin.

Pathogenese: Zwei pathogenetische Mechanismen sind für den genetisch bedingten Diabetes insipidus verantwortlich. Zum einen sind es Mutationen im Vasopressin-Rezeptor, AVPR2, zum anderen können Defekte im Wasserkanal AQP2 verantwortlich sein. Im ersten Fall liegt eine x-chromosomale im zweiten Fall eine autosomal rezessive Vererbung vor.

Epidemiologie: Die überwiegende Mehrheit der Erkrankten (90%) sind männlich und tragen eine AVPR2 Mutation. Die restlichen 10% gehen auf Mutationen des AQP2 Gens zurück.

Klinisches Bild: Das klinische Bild ist gekennzeichnet durch große Mengen unkonzentrierten Urins. Die massiven Wasserverluste über die Niere ziehen eine Polydipsie nach sich. Elektrolytverluste können ebenso die Folge sein. In der Behandlung haben sich Hydrochlorothiazid kombiniert mit Amilorid und Indomethazin als effektiv erwiesen.

Diagnostik: 

Diagnosestellung: Die Diagnose des renalen Diabetes insipidus wird man anhand der massiven Auscheidung eines stark verdünnten Urins bei gleichzeitig stark erhöhtem Vasopressinspiegel stellen.
   Eine klinische Unterscheidung zwischen einem Rezeptordefekt (x-chromosomale Form) und einem fdefekten Wasserkanal (ausosomale Form) kann auch mittels eines Vasopressintestes vorgenommen werden. Da Vasopressin über den selben Rezeptor nicht nur die Bildung und Funktion des Wasserkanals sondern auch die Sekretion von Gerinnungsfaktor VIII und von-Willebrand-Faktor anregt, bedeutet das Ausbleiben eines Plasmaanstieges dieser Faktoren nach Vasopressingabe einen defekten Rezeptor.

Differentialdiagnosen: Die Differentialdiagnose des Diabetes insipidus umfasst nichterbliche Störungen der renalen Konzentrationsfunktion und erbliche Störungen die den medullären Konzentrationsmechanismus betreffen. Im ersteren Fall ist beim Vorliegen eines autosomal rezessiven Leidens die Familienanamnese wenig hilfreich. Eine leichte ADH-Resistenz wird mit zunehmendem Alter beobachtet. Als häufigste Ursache hierfür kommen Betracht eine zurückgehende Nierenfunktion, eine verminderte Expression des Vasopressin-Rezeptors und eine Glukosurie bei nachlassender Glukosetransportkapazität oder subklinischem Diabetes mellitus.
   Weitere differentialdiagnostische Überlegungen sind auf der allgemeinen Seite zum Diabetes insipidus aufgeführt.  » » » 

 

Systematische Aufstellung weiterführender Links: 

Hereditärer Diabetes insipidus
Renaler Diabetes insipidus
AQP2
AVPR2
Zentraler Diabetes insipidus
AVP

Literatur: 

Valenti G et al. (2005) Minireview: aquaporin 2 trafficking.
Gade W et al. (2006) A brief survey of aquaporins and their implications for renal physiology.
Fujiwara TM et al. (2005) Molecular biology of hereditary diabetes insipidus.
Noda Y et al. (2005) Trafficking mechanism of water channel aquaporin-2.
Nguyen MK et al. (2003) Molecular pathogenesis of nephrogenic diabetes insipidus.
van Vliet HH et al. (2008) PFA-100 monitoring of von Willebrand factor (VWF) responses to desmopressin (DDAVP) and factor VIII/VWF concentrate substitution in von Willebrand disease type 1 and 2.