Die Beteiligung des AGT-Gens bei der Pathogenese von Bluthochdruck, hypertensiven Komplikationen und diabetischer Nephropathie wird diskutiert.
Die Mutation ist weltweit verbreitet. Die Häufigkeit des T-Allels wird bei Kaukasiern mit 36% angegeben. Es besteht ein signifikanter Rassenunterschied sowohl in der Häufgkeit des Auftretens wie auch in der Bedeutung für die Entwicklung der Hypertonie.
Das Gen, welches Angiotensinogen kodiert, (AGT) umfasst etwa 12kb. Es ist aus 4 Exons aufgebaut und befindet sich auf dem Chromosom 1 (1q42-q43).
Der Hypertonus ist eine weit verbreitete und durch viele genetische und Umweltfaktoren bedingte Erkrankung. Die Angiotensinogen-Mutation somit nicht die Hypertonus auslösende Mutation schlechthin, sondern besitzt eine wichtige modifizierende Bedeutung bei der Ausprägung. So scheint sich bei Trägern dieser Mutation der Hypertonus und die Mikroalbuminurie früher zu entwickeln. Dies könnte ein Indiz dafür sein, dass sich hypertensive Begleitschäden in Herz und Niere früher entwickeln, und das gerade diese Patienten von einer frühzeitigen ACE-Hemmer Therapie profitieren.
Das Angiotensinogen ist ein Peptidhormon, welches als Prohormon sezerniert und extrazellulär durch das Renin (REN) und das Angiotensin-Converting-Enzyme (ACE) aktiviert und damit in seinem Wirksamwerden reguliert wird.Das Renin-Angiotensin-System (RAS) ist entscheidend an der Blutdruckregulation beteiligt: Das aktivierte Angiotensinogen, das Angiotensin II, ist ein starker Vasokonstriktor und eine Stimulator der Aldosteronsynthese in den Nebennieren. In der Niere wird zudem die Mikrozirkulation und insbesondere die glomeruläre Filtrationsrate über den juxtaglomerulären Apparat gesteuert. Klinische Studien belegen gleichfalls die Bedeutung des RAS für die Entwicklung hypertensiver Folgeschäden.Beim Vorliegen einer AGT-M235T Mutation kommt es zur vermehrten Bildung von Angiotensinogen sowohl im Plasma, wie auch im Nierengewebe. Da sich die enzymatischen Aktivierungsstufen durch Proteinasen mit jeweils typischer Enzym-Kinetik vollziehen, bedeutet ein erhöhtes Substratangebot auch eine vermehrte Bildung von Reaktionsprodukten in Form des blutdrucksteigernden Angiotensin II. Hierin ist die molekulare Erklärung für das gehäufte Auftreten hypertensiver Erkrankungen beim Vorhandensein der Mutation zu sehen.
Hypertensive Personen mit erhöhtem Risiko hypertensiver Begleiterkrankungen bzw. positiver Familien-anamnese für diabetische und hypertensive Nephropathie.
Die Bedeutung der AGT-Mutationstestung besteht vor allem in der Prognoseabschätzung. Therapeutisch kann davon ausgegangen werden, dass Patienten mit einer M235T-Mutation vorrangig von einer ACE-Hemmer oder eine AT1-Blocker-Therapie profitieren.
| Clinic | Method | Familienuntersuchung |
| Turnaround | 5 days | |
| Specimen type | genomic DNA |
| Clinic | Method | Hochdurchsatz-Sequenzierung |
| Turnaround | 25 days | |
| Specimen type | genomic DNA |
| Clinic | Method | Direkte Sequenzierung der proteinkodierenden Bereiche eines Gens |
| Turnaround | 20 days | |
| Specimen type | genomic DNA |
| Clinic | Method | Direkte Sequenzierung ausgewählter Gen-Abschnitte |
| Turnaround | 20 days | |
| Specimen type | genomic DNA |