Startseite  
SymptomeErkrankungenUntersuchungenProbenversandUntersuchungsmaterialKontakt- und LaborinformationenQualitaetsmanagement
   
 


PROS1
176880


Schema


Mutationen


Familien-
stammbaum


Formulare


Drucken


Change
language

Protein S

Wissenschaftliche Information:

Zusammenfassung: Da dieses Protein eine bedeutende Rolle bei der Zügelung der Gerinnung spielt, können inaktivierende Mutationen zum erhöhten Risiko intravasaler Gerinnung, einem erhöhten Thromboserisiko, führen.

Gen: Das Gen trägt die Kurzbezeichnung PROS1. Es befindet sich auf dem Chromosom 3 (3p11.1-q11.2), ist etwa 95kb groß und besteht aus 15 Exons.

Pathologie: Das Protein ist ein Vitamin K abhängiger Kofaktor für aktiviertes Protein C. Es wird vor allem in der Leber, aber auch in Endothelzellen und Megakariozyten gebildet.

Klinik: Klinisch stehen thromboembolische Erkrankungen im Vordergrund, aber auch Hirninfarkte vor dem 45. Lebensjahr sind auf eine Funktionsstörung des Protein S verdächtig. Homozygote Mutationsträger werden sehr selten gefunden. Beim heterozygoten Protein S-Mangel lassen sich 3 Formen unterscheiden, je nachdem ob die Beeinträchtigung das gesamte und/oder freie Protein S betrifft. Klinisch abzugrenzen sind erworbene Funktionsstörungen aufgrund eines Vitamin K-Mangels.

Epidemiologie: Die Häufigkeit in der Gesamtbevölkerung beträgt 0,03-0,13%. Bei Patienten mit Thromboembolischen Erkrankungen ist der Anteil 1-5%. Unter jüngeren Patienten mit thromboembolischen Erkrankungen soll der Anteil sogar bis 15% betragen. Bei kryptogenen Hirninfarkten vor dem 45. Lebensjahr werden sogar Zahlen bis 20% genant.

Bewertung: Die Mutationen sind zwar sehr selten, jedoch wird das relative Risiko deutlich mit 8,2 erhöht.

Untersuchungsstrategie: Personen mit laborchemisch nachgewiesenem Protein S-Mangel nach klinischem Ausschluss einer erworbenen Ursache. Familienuntersuchungen bei entsprechendem Verdacht.

Methodik:

 

Klinische
Diagnostik
Methode Direkte Sequenzierung der proteinkodierenden Bereiche eines Gens
Bearbeitungszeit 25 Arbeitstage
Aufwand mässig
Untersuchungsmaterial DNA
Qualitätssicherung Ausschließlich interne Qualitätskontrolle
  Mit dieser Methode werden bekannte sowie auch neue Missense-, Nonsense- und Spleißmutationen entdeckt.

 

Klinische
Diagnostik
Methode Multiplex ligationsabhängige Amplifikation
Bearbeitungszeit 25 Arbeitstage
Aufwand mässig
Untersuchungsmaterial DNA
Qualitätssicherung Ausschließlich interne Qualitätskontrolle
 

 

Klinische
Diagnostik
Methode Familienuntersuchung
Bearbeitungszeit 5 Arbeitstage
Aufwand gering
Untersuchungsmaterial DNA
Qualitätssicherung Ausschließlich interne Qualitätskontrolle
  Die Untersuchung ist nur für die in dieser Familie bekannte Mutation spezifisch.

Systematische Aufstellung weiterführender Links: 

Venöse thromboembolische Erkrankungen
F2
F5
HABP2
MTHFR
PROC
PROS1
SERPINC1
THBD
VKORC1

Literatur: 

Tsuda H et al. (2002) Four missense mutations identified in the protein S gene of thrombosis patients with protein S deficiency: effects on secretion and anticoagulant activity of protein S.
Douay X et al. (1998) Antithrombin, protein C and protein S levels in 127 consecutive young adults with ischemic stroke.
Watkins PC et al. (1988) The gene for protein S maps near the centromere of human chromosome 3.
Duchemin J et al. (1995) The Ser 460 to Pro substitution of the protein S alpha (PROS1) gene is a frequent mutation associated with free protein S (type IIa) deficiency.
Hoskins J et al. (1987) Cloning and characterization of human liver cDNA encoding a protein S precursor.