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F2
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Prothrombin

Wissenschaftliche Information:

Zusammenfassung: Funktionsmindernde Mutationen führen zu einer gestörten Blutgerinnung, einem Blutungsbel, während eine genetische Variation ausserhalb des kodierenden Bereiches mit einem erhöhten Thromboserisiko korreliert.

Gen: Das Gen befindet sich auf dem Chromosom 11 (11p11-q12). Es ist etwa 21kb lang und es besteht aus 14 Exons.

Molekülstruktur: Das Produkt des F2 Gens entsteht das Preproprotein. Der erste Teil des aminoterminalen Endes fungiert als Signalpeptid und wird bei erfolgreicher Sekretion abgespalten. Das dann freiwerdende Prothrombin ist ein Glykoprotein, welches aus 579 Aminosäuren besteht und die folgenden Domänen bildet. Die Gla Domäne am aminoterminalen Ende, die beide Kringle Domänen K1 und K2 und die Serin Proteinase Domäne am carboxyterminalen Ende. Durch den aktivierten Gerinnungsfaktor Xa werden die Gla und die beiden Kringle Domänen abgespalten. Durch eine weitere Spaltung in der katalytischen Domain entsteht das aktive Thrombin als ein Heterodimer aus einer A-Kette mit 49 Aminosäuren und einer B-Kette mit 259 Aminosäuren.

Pathophysiologie: Das Prothrombin, auch Gerinnungsfaktor II bezeichnet, bewirkt in seiner aktivierten Form, dem Thrombin den finalen Schritt der Blutgerinnung, nämlich die Umwandlung des Fibrinogens in Fibrin. Somit spielt Prothrombin eine essentielle Rolle bei der Blutgerinnung. Andererseits kommt Thrombin auch ein wichtige Rolle bei der Unterbrechung der Gerinnungskaskade zu. Wenn nämlich Thrombin an den auf den Zelloberflächen gelegenen Rezeptor Thrombomodulin bindet, so verändert sich seine dreidimensionale Struktur und es ändert sich damit gleichzeitig auch die Substratspezifität. Thrombin spaltet dann nicht mehr Fibrinogen sondern Protein C. Protein C wir damit aktiviert und befähigt die aktivierten Gerinnungsfaktoren Va und VIIIa zu inaktivieren.

Pathologie: Die Bedeutung der Mutation G20210A für die Thrombophilie ist bislang noch nicht endgltig geklärt. Sicher ist nur, dass durch diese Mutation die Proteinstruktur nicht verändert wird. Die Mutation liegt möglicherweise in der regulatorischen Region des Gens und einige Hinweise sprechen dafr das Träger dieser Mutation einen erhöhten Prothrombinspiegel besitzen. Dieser erhöhte Plasmaspiegel an Prothrombin könnte die Ausbildung von Thrombosen begnstigen.

Klinik: Das klinische Bild ist durch eine erhöhte Thrombosebereitschaft charakterisiert. Charakteristisch ist weiterhin ein familiäres Auftreten oder seltene Thromboselokalisationen wie die Zentralvene des Auges oder die Mesenterialvenen.

Epidemiologie: Häufigkeit der Mutation unter Gesunden beträgt etwa 2,5 Prozent. Im südlichen Europa ist die Mutation doppelt so häufig wie in Nordeuropa. In Afrika und Asien ist sie dagegen eher selten.

Bewertung: Das relative Risiko von venösen und arteriellen Thrombosen wird mit 2-3 angegeben.

Untersuchungsstrategie: Personen mit klinischem und laborchemischem Verdacht einer Thrombophilie. Familienuntersuchungen bei entsprechenden Befunden von Familienangehörigen.

Methodik:

 

Klinische
Diagnostik
Methode Fragmentanalyse
Bearbeitungszeit 5 Arbeitstage
Aufwand gering
Untersuchungsmaterial DNA
Qualitätssicherung Volle externe Qualitätskontrolle
  Nur die bestimmte Mutation, auf welche der Test ausgerichtet ist wird entdeckt. Alle anderen möglicherweise bedeutsamen genetischen Veränderungen bleiben verborgen.

Systematische Aufstellung weiterführender Links: 

Venöse thromboembolische Erkrankungen
F2
F5
HABP2
MTHFR
PROC
PROS1
SERPINC1
THBD
VKORC1

Literatur: 

Sun WY et al. (2001) Gene targeting in hemostasis. Prothrombin.