Apolipoprotein C2
Der durch Genmutationen ausgelöste Mangel an Apolipoprotein C2, einem wichtigen Co-Faktor der Lipoproteinlipase, führt zur familiären Chylomikronämie.
Epidemiologie
Über die Häufigkeit dieser Mutation ist weniger bekannt. Man muss davon ausgehen, dass diese Mutationen vielfach gemeinsam mit den Lipoproteinlipasemutationen gezählt werden, da sie einen völlig identischen Phenotyp aufweisen.
Genstruktur
Die 4 Apolipoproteine APOE, APOC1, APOC4 und APOC2 befinden sich hintereinander in der selben Orientierung auf dem Chromosom 19 (19q13.2). Die beiden nebeneinanderliegenden Gene können eine conjoint Gen bilden (APOC4-APOC2). Das APOC2 ist nur 4kb groß. Von den 4 transkribierten Exons werden nur die Exons 2-4 translatiert.
Phänotyp
Laborchemisch führen homozygote oder gemischt heterozygote Defekte der Lipoproteinlipase und des Apolipoprotein C2 zu der seltenen Hyperlipoproteinämie Typ I nach Fredrickson. Heterozygote Schädigungen führen dahin gegen eher zu gemischten Hyperlipämien mit rezidivierenden, mehr oder weniger ausgeprägten, Chylomikronämien. Meist liegt dann eine Hyperlipoproteinämie vom Typ V nach Fredrickson vor. Pathognomonisch sind für diese Lipidstoffwechselstörung neben den rezidivierenden eruptiven Xanthomen auch rezidivierende akute pankreatische Schübe, die nicht selten auch als rezidivierende unklare Bauchschmerzen, erst bei Vorliegen einer chronischen Pankreatitis und/oder Pankreasinsuffizienz restrospektiv diagnostiziert werden.
Pathologie
Das Apolipoprotein C2 kommt besonders in den triglyceridreichen Lipoproteinen vor. Es bildet mit der an den Gefäßwänden vorkommenden Lipoproteinlipase eine funktionelle Einheit. Die Lipoproteinlipase spaltet die Triglyceride in den Lipoproteinen und führt somit zu deren Abbau. Defekte der Lipoproteinlipase führen genauso, wie Veränderungen am Apolipoprotein C2, zu einer Funktionsstörung im Triglyceridstoffwechsel mit der Folge einer massiven Anreicherung triglyceridreicher Lipoproteine im Plasma. Postprandial kann dies zu einer extrem lang anhaltenden Chylomikronämie führen.
Interpretation
Die Bedeutung der Mutationsanalyse besteht in der konsequenten diätetischen Beratung, die wie bei anderen erblichen Stoffwechseldefekten eine strikte Meidung aller Chylomikronämie auslösender Noxen erfordert.
Genetests:
| Clinic | Method | Familienuntersuchung |
| Turnaround | 5 | |
| Specimen type | genomic DNA |
| Clinic | Method | Multiplex ligationsabhängige Amplifikation |
| Turnaround | 20 | |
| Specimen type | genomic DNA |
| Clinic | Method | Direkte Sequenzierung der proteinkodierenden Bereiche eines Gens |
| Turnaround | 25 | |
| Specimen type | genomic DNA |
| Clinic | Method | Hochdurchsatz-Sequenzierung |
| Turnaround | 25 | |
| Specimen type | genomic DNA |
Related Diseases:
References:
| 1. |
Talmud PJ et al. (2001) Genetic determinants of plasma triglycerides: impact of rare and common mutations. [^] |
| 2. |
Fojo SS et al. (1989) A nonsense mutation in the apolipoprotein C-IIPadova gene in a patient with apolipoprotein C-II deficiency. [^] |
| 3. |
Tuzgöl S et al. (1994) Apolipoprotein CII-Padova (Tyr37-->stop) as a cause of chylomicronaemia in an Italian kindred from Siculiana. [^] |
