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Lipoproteinlipase
Wissenschaftliche Information:
Zusammenfassung: Das Gen kodiert ein intravasales Enzym für den Abbaul von VLDL und Chylomikronen. Inaktivierende Mutationen führen zu Chylomikronämie und Hypertriglyceridämie.
Gen: Das etwa 30kb große Gen der Lipoproteinlipase (LPL) befindet sich auf dem Chromosom 8 (8p22). Das Gen besteht aus 10 Exons.
Pathologie: Die Lipoproteinlipase, ein Glykoprotein, welches von den Adipozyten sezerniert wird. Es besitzt eine wichtige Bedeutung für den hydrolytischen Abbau von triglyceridreichen Lipoproteinen, insbesondere den Chylomikronen. Die Lipoproteinlipase heftet sich an die luminale Seite der Endothelzellen und fängt hier die vorbei driftenden triglyceridreichen Lipoproteine ein. Als Ligand auf der Seite der Lipoproteine fungiert dabei das Apolipoprotein C2. Die Lipoproteinlipase löst nun aus den Triglyceriden der angedockten Lipoproteine die Fettsäuren heraus und führt damit im weiteren zu einer Verringerung des Triglyceridanteils und folglich zu einer Erhöhung des Cholesterinanteils in diesen Lipoproteinen. Aus den Chylomikronen und den VLDL entstehen dann entsprechend die Chylomikronen-Remnants und die LDL-Partikel.
Klinik: Patienten mit einem LPL-Defizit zeichnen sich durch erhöhte Triglyceride im Blutplasma aus. In der Lipidelektrophrese dominieren dann die Chylomikronen und die VLDL. Die phänotypische Ausprägung ist sehr stark von der Stärke des LPL-Defizits, von Kompensationsmechanismen, wie auch von Umwelteinflüssen abhängig. Im homozygoten Falle kommt es regelmäßig zur Dekompensation in Form einer Chylomikronämie, während dies in heterozygoten Zuständen meist bei Diätfehlern (Alkoholkonsum) oder Stoffwechseldekompensationen im Rahmen eines Diabetes vorkommen.In Zuständen gemischter Hyperlipämie mit erhöhten VLDL scheint ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Erkrakungen zu bestehen. In der Chylomikronämie droht vor allem eine akute Pankreatitis.
Epidemiologie: Die Häufigkeit von homozygoten LPL-Defekten wird mit 1:1.000.000 angegeben und ist damit ähnlich hoch wie bei den homozygoten LDL-Rezeptordefekten. Heterozygote Zustände sind oft nicht so deutlich erkennbar, da verschiedene Kompensationsmechanismen existieren.
Bewertung: Mit dem Nachweis einer Mutation kann mit relativ großer Sicherheit auf die verminderte LPL-Aktivität geschlossen werden, während ein fehlender Nachweis eine verminderte Aktivität nicht ausschließt. Patienten mit einer heterozygoten LPL-Mutation scheinen schlechter auf CSE-Hemmer anzusprechen.
Untersuchungsstrategie: Personen und deren Blutsverwandte mit Hypertriglyceridämie/Hyperchylomikronämie bzw. rezidivierender Pankreatitis unklarer Genese.
Methodik:
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Klinische Diagnostik |
Methode |
Direkte Sequenzierung der proteinkodierenden Bereiche eines Gens |
| Bearbeitungszeit |
25 Arbeitstage |
| Aufwand |
mässig |
| Untersuchungsmaterial |
DNA |
| Qualitätssicherung |
Ausschließlich interne Qualitätskontrolle |
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Mit dieser Methode werden bekannte sowie auch neue Missense-, Nonsense- und Spleißmutationen entdeckt. |
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Klinische Diagnostik |
Methode |
Multiplex ligationsabhängige Amplifikation |
| Bearbeitungszeit |
25 Arbeitstage |
| Aufwand |
gering |
| Untersuchungsmaterial |
DNA |
| Qualitätssicherung |
Ausschließlich interne Qualitätskontrolle |
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Klinische Diagnostik |
Methode |
Familienuntersuchung |
| Bearbeitungszeit |
5 Arbeitstage |
| Aufwand |
gering |
| Untersuchungsmaterial |
DNA |
| Qualitätssicherung |
Ausschließlich interne Qualitätskontrolle |
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Die Untersuchung ist nur für die in dieser Familie bekannte Mutation spezifisch. |
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