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COL4A5
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Kollagen Typ IV, alpha 5

Wissenschaftliche Information:

Zusammenfassung: Dies ist das wichtigste Alport-Gen. Mutationen führen zum x-chromosomalen Alport-Syndrom.

Gen: Das Gen, welches die alpha-Kette 5 des Kollagens vom Typ IV kodiert (COL4A5) befindet sich auf dem X-Chromosom und ist etwa 260kb groß. Es sind bislang 3 Splicevarianten bekannt (jeweils 51 oder 52 Exons) über deren Bedeutung wir jedoch noch nichts sicheres wissen.

Pathologie: Wichtig für die Funktion der Kollagenfaser ist die richtige Spiralisierung der Kette, dies wird durch des Auftreten von Glycinresten aller 3 Aminosäuren gewährleitet (G-X-Y). Die Quervernetzung erfolgt über SH-Gruppen und die Zusammenlagerung der Ketten wird durch die NC1 Domaine am carboxyterminalen Ende eingeleitet. Mutationen, die eine dieser Strukturen berühren, führen zu einer Beeinträchtigung der Stabilität des gesamten Kollagens und erhöht die Anfälligkeit gegenüber Kollagenasen. Da diese alpha-Kette vor allem in Basalmembranes des Glomerulum, des Innenohres und im Auge vorkommen, sind diese Organe beim Alport Syndrom primär betroffen.

Klinik: Das klinische Bild ist gekennzeichnet durch eine Nephritis, die mit einer blanden Erythrozyturie beginnt und bis zum terminalen Nierenversagen führen kann, eine Inneohrschwerhörigkeit im Hochtonbereich und diversen bis auf den Lenticonus eher unspezifischen Augenveränderungen. Bei dieser gonosomal übertragenen Form der Erkrankung werden jeweils die männlichen Personen einer Familie betroffen. Sollten auch weibliche Familienmitglieder betroffen sein, so ist eher an eine autosomal rezessive Form der Erkrankung zu denken. Wenn die Biosynhese des Kollagens Typ 4 nicht ausreicht um eine Immuntoleranz gegenüber diesem Protein zu induzieren, so kann es nach erfolgreicher Nierentransplantation zur Entwicklung eines Goodpasture-Syndroms in der Transplantatniere kommen. Dies ist besonders bei einem frühzeitigen Abbruch der Translation, also bei schwerwiegenden Mutationen im Anfangsbereich des Gens zu erwarten.

Epidemiologie: Das x-chromosomale Alport-Syndrom ist die am häufigsten vorkommende Form des Alport Syndroms (ca. 85%). Es sind bislang über 150 Mutationen des COL4A5-Gens beschrieben, die zu einem Alport-Syndrom führen können.

Bewertung: Hemizygote männliche Mutationsträger erkranken an einem Alport-Syndrom, während weibliche heterozygote Anlageträger einen deutlich milderen Krankheitsverlauf aufweisen, dieser reicht von einer benignen Hämaturie bis zu einer Alport-Erkrankung, die dann aber zeitlich deutlich später einsetzt als bei den erkrankten Männern der Familie.

Methodik:

 

Klinische
Diagnostik
Methode Direkte Sequenzierung der proteinkodierenden Bereiche eines Gens
Bearbeitungszeit 25 Arbeitstage
Aufwand gross
Untersuchungsmaterial DNA
Qualitätssicherung Ausschließlich interne Qualitätskontrolle
  Mit dieser Methode werden bekannte sowie auch neue Missense-, Nonsense- und Spleißmutationen entdeckt.

 

Klinische
Diagnostik
Methode Multiplex ligationsabhängige Amplifikation
Bearbeitungszeit 25 Arbeitstage
Aufwand gross
Untersuchungsmaterial DNA
Qualitätssicherung Ausschließlich interne Qualitätskontrolle
 

 

Klinische
Diagnostik
Methode Familienuntersuchung
Bearbeitungszeit 5 Arbeitstage
Aufwand gering
Untersuchungsmaterial DNA
Qualitätssicherung Ausschließlich interne Qualitätskontrolle
  Die Untersuchung ist nur für die in dieser Familie bekannte Mutation spezifisch.

Systematische Aufstellung weiterführender Links: 

Alport-Syndrom
COL4A1
COL4A2
COL4A3
COL4A4
COL4A5

Literatur: 

Umfassende medizinische Information zum Alport-Syndrom
Die sehr aktive deutsche Selbsthilfegruppe
Nagel M et al. (2005) Novel COL4A5, COL4A4, and COL4A3 mutations in Alport syndrome.