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CLDN16
603959


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Claudin 16

Wissenschaftliche Information:

Zusammenfassung: Mutationen rufen das Krankheitsbild der primären Hypomagnesiämie hervor.

Gen: Das 23kb große Gen mit der Kurzbezeichnung CLDN16 ist auch als Paracellin-1 (PCLN1) bekannt. Es gehört in die Familie der Claudine, besteht aus 5 Exons und befindet sich auf dem Chromosom 3 an der Position 3q27.

Pathologie: Das Translationsprodukt ein Protein aus 305 Aminosäuren besteht aus 4 transmembranösen Donainen. Das aminoterminale und das carboxyterminale Ende befindet jeweils intrazellulär. Es wird ausschließlich in der Niere und hier auch nur im dicken aufsteigenden Schenkel der Henle'schen Schleife und im distalen Convolut gebildet. Es befindet sich in der selben Lokalisation wie das Occludin und besitzt deshalb wie letzteres eine strukturelle Bedeutung in den tight junctions und besitzt hier offensichtlich eine große Bedeutung bei der Regulation des parazellulären Flusses von Magnesium.

Klinik: Das wichtigste Symptom ist eine Hypomagnesiämie, die bei Trägern von schweren, das Gen zerstörenden homozygoten Mutationen bereits inder Kindeheit zu manifesten renalen Funktionsstörungen führt. Ein weiteres Merkmal ist die Hypercalciurie, die die Entwicklung einer Nephrocalcinose begünstigt. Bei heterozygoten Merkmalsträgern, wenn sie überhaupt symptomatisch werden, steht die Bildung von Nierensteinen im Vordergrund.

Epidemiologie: Bisher existieren nur Berichte von einzelnen erkrankten Familien.

Bewertung: Der molekulargenetische Befund hat vor allem familienberaterische Konsequenzen. Für heterozygote Merkmalsträger kann eine entsprechende Nierensteinprophylaxe empfohlen werden.

Untersuchungsstrategie: Die Familienberatung und die Diagnosesicherung bei Hypomagnesiämie stellen die wichtigsten Indikationen für die molekulargenetische Untersuchung.

Methodik:

 

Klinische
Diagnostik
Methode Direkte Sequenzierung der proteinkodierenden Bereiche eines Gens
Bearbeitungszeit 10 Arbeitstage
Aufwand gering
Untersuchungsmaterial DNA
Qualitätssicherung Ausschließlich interne Qualitätskontrolle
  Mit dieser Methode werden bekannte sowie auch neue Missense-, Nonsense- und Spleißmutationen entdeckt.

 

Klinische
Diagnostik
Methode Familienuntersuchung
Bearbeitungszeit 5 Arbeitstage
Aufwand gering
Untersuchungsmaterial DNA
Qualitätssicherung Ausschließlich interne Qualitätskontrolle
  Die Untersuchung ist nur für die in dieser Familie bekannte Mutation spezifisch.

Systematische Aufstellung weiterführender Links: 

Hypomagnesiämie mit Hypercalciurie und Nephrocalcinose
CLDN16

Literatur: 

Weber S et al. (2000) Familial hypomagnesaemia with hypercalciuria and nephrocalcinosis maps to chromosome 3q27 and is associated with mutations in the PCLN-1 gene.
Konrad M et al. (2004) Insights into the molecular nature of magnesium homeostasis.