|
Barttin
Wissenschaftliche Information:
Zusammenfassung: Mutationen des BSND-Gens sind verantwortlich für das autosomal rezessive infantile Bartter-Syndrom, welches häufig mit einer Schwerhörigkeit assoziiert ist.
Molekülstruktur: Das Gen kodiert die beta-Untereinheit der Kaliumkanäle CLCNKA und CLCNKB.
Molekulare Anatomie: Das Gen wird sowohl in der Niere wie auch im Innenohr exprimiert. In der Niere befindet es sich im dicken aufsteigenden Teil der Henle Schleife. An der basolateralen Membran der Tubulusepitelzellen bildets es mit dem Chloridkanal CLCNKB einen Komplex. Im Innenohr kommt neben diesem Chloridkanal auch noch CLCNKA vor, und eine Mutation des BSND-Gens beeinflußt beide Kanäle, weshalb dann wie auch bei einer gleichzeitigen homozygoten Mutation von CLCNKB und CLCNKA neben dem Salzverlust-Syndrom auch eine Schwerhörigkeit auftritt.
Pathophysiologie: In der apikalen Membran werden durch den Natrium-Kalium-Chlorid Kotransporter jeweils ein Natrium und Kalium und zwei Chloridionen aufgenommen. Während die Natriumionen an der basolateralen Membran durch die Natrium-Kalium-ATPase wieder aus der Zelle gepumpt werden und die Kaliumionen über einen apikalen Kaliumkanal in das Lumen zurücktreten, müssen die Chloridionen die Zelle an der basolateralen Seite durch einen Chloridkanal verlassen. Die Funktion dieses Chloridkanals wird sowohl durch das Gen CLCNKB, dem Lokus des klassichen Bartter-Syndroms, wie auch durch die im BSND-Gen kodierte bete-Komponente dieses Kanals bestimmt.
Klinik: Da das im BSND-Gen kodierte Protein beide Chloridkanäle CLCNKA und CLCNKB beeinflußt, tritt neben dem für das Bartter-Syndrom typischen Salzverlustsyndrom auch eine Hörstörung auf. Das autosomal rezessive Krankheitsbild wird als infantiles Bartter-Syndrom mit Schwerhörigkeit bezeichnet.
Epidemiologie: Obwohl keine exakten Angaben vorhanden sind wird die Prävalenz von Mutationen in diesem Gen von 1:50.000 bis 1:100.00 geschätzt.
Methodik:
|
Klinische Diagnostik |
Methode |
Direkte Sequenzierung der proteinkodierenden Bereiche eines Gens |
| Bearbeitungszeit |
25 Arbeitstage |
| Aufwand |
gering |
| Untersuchungsmaterial |
DNA |
| Qualitätssicherung |
Ausschließlich interne Qualitätskontrolle |
| |
Mit dieser Methode werden bekannte sowie auch neue Missense-, Nonsense- und Spleißmutationen entdeckt. |
 |
|
Klinische Diagnostik |
Methode |
Familienuntersuchung |
| Bearbeitungszeit |
5 Arbeitstage |
| Aufwand |
gering |
| Untersuchungsmaterial |
DNA |
| Qualitätssicherung |
Ausschließlich interne Qualitätskontrolle |
| |
Die Untersuchung ist nur für die in dieser Familie bekannte Mutation spezifisch. |
|